Vergessen ist so leicht 1 Gratis bloggen bei
myblog.de

LiEBLiNGSTEXTSTELLEN

 

*________________________________________

 

"Manchmal verschwinden Menschen direkt vor unseren Augen. Manchmal entdeckt dich jemand, obwohl er dich schon die ganze Zeit angeschaut hat. Manchmal, wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir uns selbst.

[...]

Wir gehen alle von Zeit zu Zeit verloren, manchmal, weil wir es selbst wollen, manchmal, ohne dass wir die Kontrolle darüber haben. Wenn wir dann gelernt haben, was unsere Seele lernen musste, zeigt sich der Weg ganz von allein. Manchmal sehen wir den Weg, und wir gehen zu weit oder nicht weit genug, aus Angst, Wut oder Trauer. Manchmal wollen wir verschwinden und umherirren, manchmal nicht. Manchmal finden wir den Weg ganz allein. Aber was auch geschieht, wir werden immer gefunden."

(c) Cecelia Ahern - Vermiss mein nicht

 

*________________________________________

 

"[...]

Warum? Warum wird uns, was schön war, im Rückblick dadurch brüchig, dass es hässliche Wahrheiten verbarg? Warum vergält es die Erinnerung an glückliche Ehejahre, wenn sich herausstellt, dass der andere die ganzen Jahre einen Geliebten hatte? Weil man in einer solchen Lage nicht glücklich sein kann? Aber man war glücklich! Manchmal hält die Erinnerung dem Glück schon dann die Treue nicht, wenn das Ende schmerzlich war. Weil Glück nur stimmt, wenn es ewig hält? Weil schmerzlich nur enden kann, was schmerzlich gewesen ist, unbewusst und unerkannt? Aber was ist unbewusster und unerkannter Schmerz?"

(c) Bernhard Schlink - Der Vorleser

*________________________________________

 

Ich wagte nicht, ihm ins Gesicht zu sehen. Seine Augen starrten auf die schwarzen Schuhe, mit denen er auch auf der Beerdigung seiner Großmutter gewesen war. Er sah mich nicht an, und das war gut so. Ich glaube, ich hätte es jetzt nicht ausgehalten. Wortlos verliesen wir beide das Schulgelände. Unwillkürlich dachte ich: ''Warum hat er mich nicht schon lange hier herausgeholt? Wie haben wir es ertragen, einen Monat lang nicht mehr zu leben? Warum erscheint mir plötzlich alles so einfach?''
Paulus öffnete das Eingangstor zum Park. Er hielt es nicht lange genug für mich auf, es federte zurück und schlug gegen mein Schienbein. Fast hätte er sich zu mir umgedreht, um nachzusehen, ob ich mir nicht wehgetan hatte, aber etwas, das stärker war, hielt ihn davon ab. Es war ihm unmöglich, mich anzusehen. Ich verstand: ''Wenn einer von uns jetzt eine falsche Bewegung machte, war alles für immer verloren.''
Er setzte sich auf eine Parkbank. Ich nahm neben ihm Platz. Zu dieser Zeit war kaum jemand hier. Es war erst zehn Uhr morgens und noch nicht richtig hell, der Himmel grau und wolkenverhangen. Fröstelnd zählte ich die weißen Kieselsteine im gelben Sand zwischen meinen Füßen. Er legte seine Hand flach auf die Bank. Ich konnte sie aus den Augenwinkeln heraus sehen. Die sehnige Hand sah aus wie ein Blatt, das vom gefallen war. Ich zitterte.
"Eines Tages", erzählte er mit einer seltsamen Stimme, die gar nicht ihm zu gehören schien, "eines Tages, am 20.November, kamen wir Jungen vom Sportplatz zurück. Im Schulhof trafen wir auf euch Mädchen. Du sahst mich an. Wir hatten Handball gespielt. Ich kann Handball nicht ausstehen. An diesem Morgen hatte ich einen Ball mit voller Wucht an die Schläfe bekommen. Meine Augenbraue war aufgeplatzt und blutete wie bei einem Boxer. Du sahst mich an. Du wusstest nicht, dass ich dich sehen konnte. Dein Blick ... vielleicht kannst du dich nicht mehr daran erinnern, aber ich werde mein Leben lang nicht mehr vergessen, wie du mich damals angesehen hast."
Er hatte recht, ich hatte es völlig vergessen, und die Szene fiel mir erst jetzt wieder ein, aber das war nicht wichtig. Paulus hätte in diesem Moment alles mögliche sagen können. Seine Stimme war so anders, so tief und zärtlich - sie drang am Gehirn vorbei direkt in mein Herz. Es klingt komisch, aber ihre dunklen Schwingungen beruhigten mich, und ich verstand sie instinktiv, ähnlich wie sich die Wale unterhalten. Ich hörte auf zu zittern, schloss die Augen und machte etwas Verrücktes - ich ergriff seine Hand. Seine Hand, die neben mir lag und wegen ihrer Zartheit und Nervigkeit wie ein Baumblatt aussah. Ich drückte sie und hielt sie fest, und aufeinmal war ich innerlich ganz ruhig. Alle Spannungen lösten sich, mein Körper wurde frei von Angst, und ich hatte nur noch den einen Gedanken: "Hoffentlich umarmt er mich gleich!"


(c) Agnès Desarthe - Verliebt? Ich doch nicht!

xXx

Wahrheit. Vergangenheit. Contact. Kotz dich aus. :] Sucht?
Die Lüge ist ein sehr trauriger Ersatz für die Wahrheit, aber sie ist der einzige, den man bis heute entdeckt hat.

xXx

She. <3

Affilates



Become?

Designer Bild